Annuitätendarlehen

Gerade eben senkte die EZB den Leitzins auf mickrige 0,25 Prozent. Ein solcher Zins liegt unter der Inflationsrate, was bedeutet, dass nun perfekte Zeiten zur Aufnahme eines Darlehens gegeben sind. Dieser kann dazu genutzt werden, beispielsweise ein Haus zu bauen, ein Grundstück zu erwerben, ein Auto zu kaufen oder mittlerweile auch, um sich einen Urlaub zu gönnen. Doch ist der Dschungel der Möglichkeiten eines Darlehens groß. Möglich sind das Tilgungsdarlehen, das Annuitätendarlehen und das endfällige Darlehen.

Abgrenzung der Begriffe:
Bei einem Tilgungsdarlehen erfolgt zu jeder Rateneinheit die Tilgung immer gleich. Das bedeutet, dass die Raten anfangs hoch sein werden, da anfangs zugleich Zinsen und Tilgung eingehen werden. Die Zinszahlungen werden mit der Zeit immer kleiner, sodass die Zahlungen insgesamt abnehmen.
Ein endfälliges Darlehen beschreibt Zinszahlungen über die gesamte Laufzeit des Darlehens und gegen Ende eine erneute Zinszahlung zusammen mit dem gesamten Tilgungsbetrag. In der Regel zahlt der Kreditnehmer hier mehr, da die Zinszahlungen nie kleiner werden.
Und zu guter Letzt gibt es das Annuitätendarlehen: Hier zahlt der Kreditnehmer immer die gleiche Annuität. Diese Annuität besteht aus Zins- und Tilgungszahlung. Letztere wird mit fortschreitender Zeit einen größeren Anteil an der Annuität annehmen.

Wichtig für eine Baufinanzierung:

  • Laufzeit
  • Tilgung / Tilgungsanteil
  • Rate / Raten
  • Zinssatz
  • Restschuld

Berechnung des Annuitätendarlehens

Die Annuität kann berechnet werden, indem man die Gesamtschuld durch den Rentenbarwertfaktor (RBF) teilt. Dieser RBF berechent sich aus 1/r – 1/(q^t*r). Es sei r der Zins, q sei der Zins +1 und t die Zeit. 1/r beschreibt den Wert einer sogenannten ewigen Rente, also einer Reihe von Zahlungen ins Unendliche. Von dieser ewigen Rente zieht man die ewige Rente zu einem späteren Zeitpunkt, abgezinst mit den entsprechenden Zinsen ab. Die explizite Formel lautet also: S=A*RBF. S sei die Restschuld/Anfangsschuld und A die Annuität, welche immer gleich bleibt.

Beispiel:
Ein Kreditnehmer nimmt zum Zinsniveau eines Prozents einen 10-jährigen Kredit auf in höhe von 50.000 Euro. Der Zins ist in diesem Beispiel sehr günstig, aber realistisch gewählt.
Wir erhalten also 50.000=A*(1/0,01 – 1/(1,01)^10*0,01.
Bei Umstellen erhält man für A eine Annuität von 5279,10 Euro.

Vorteile eines Annuitätendarlehens:

Ein Annuitätendarlehen hat den großen Vorteil, dass es für den Kreditnehmer Einfachheit bietet. Es gibt immer nur eine Annuität, die sich in ihrer Höhe nicht ändert. Dies lässt sich bequem durch einen Dauerauftrag regeln.

Fazit:
Das niedrige Zinsniveau gilt es zu nutzen, denn dadurch lässt sich mit Leichtigkeit so manche Wohnung kaufen und so mancher Traum erfüllen. Man sollte allerdings auch darauf achten, nur Darlehen abzuschließen, die man selbst auch erfüllen kann, um nicht in der Schuldenfalle zu landen, doch in der Regel wird ein seriöser Banker einem jeden gute Ratschläge zu Krediten geben.

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