Kontokorrentkredite für Privat- und Firmenkunden

Kontokorrentkredite werden sowohl Firmen- als auch Privatkunden von Banken eingeräumt, wenn sie über eine ausreichende Bonität verfügen. Eine solche Kreditlinie erweisen sich als sehr praktisch, um kurzfristige Finanzengpässe zu überbrücken. Doch sie bergen auch erhebliche Risiken, die jeder Kunde kennen sollte, bevor er einen Überziehungskredit mit einem größeren Betrag in Anspruch nimmt.

Die Gewährung des Kontokorrentkredits

Diese besondere Kreditform besteht aus einer Überziehungslinie, die nach Belieben des Kunden für eine Finanzierung ganz oder in jeder gewünschten Höhe in Anspruch genommen werden kann. Privatkunden wird sie in der Regel zu ihrem Girokonto eingeräumt. Dies geschieht üblicherweise in der Höhe des doppelten oder dreifachen Nettogehalts, das jeden Monat auf dem laufenden Konto eingeht. In vielen Fällen erfolgt die Gewährung eines solchen Überziehungsrahmens, der auch als Dispokredit bezeichnet wird, ohne dass der Kontoinhaber dies beantragt. Im Gegensatz dazu ist bei Firmenkunde immer ein Kreditantrag erforderlich, um einen Kontokorrentkredit zu erhalten.

Besondere Formen des Kontokorrentkredits für Unternehmen

Nach dem Zweck der Inanspruchnahme unterscheidet man bei Kontokorrentkrediten Betriebsmittelkredite zur Finanzierung von Aufträgen und Zwischenkredite, die einmalig genutzt werden, bis längerfristige Darlehen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus nehmen Betriebe auch regelmäßig einen Saisonkredit als Kontokorrentkredit in Anspruch, um umsatzschwache Zeiten zu überbrücken.
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Bonität als Voraussetzung für einen Kontokorrentkredit

Nur Kunden, die über eine gute Bonität verfügen, erhalten einen Dispositionskredit. Um dies zu überprüfen, müssen Firmenkunden ein aufwändiges Ranking-Verfahren durchlaufen. Dabei werden verschiedene Unternehmensdaten, wie zum Beispiel: Umsatzerlöse, Gewinn, Fremd- und Eigenkapital, in Form von Kennzahlen zueinander ins Verhältnis gesetzt. Diese vergleichen Experten dann mit den Kennzahlen anderer Unternehmen der gleichen Branche und mit allgemeinen Richtlinien. Darüber hinaus werden die Zukunftsaussichten des Unternehmens kritisch untersucht, um zu ermitteln, ob es sich aller Wahrscheinlichkeit nach künftig erfolgreich am Markt behaupten kann. Nur wenn die Überprüfungen ergeben, dass Kredite ohne Probleme zurückgezahlt werden können, wird eine Kontokorrentkreditlinie bewilligt. Bei Privatkunden gestaltet sich die Bonitätsprüfung wesentlich einfacher. Die Kreditspezialisten untersuchen im Wesentlichen nur die regelmäßigen monatlichen Zahlungseingänge und leiten daraus die Bonität des Kunden ab.

Besicherung des Kontokorrentkredits

Während Privatkunden in der Regel keine Sicherheiten für einen Kontokorrentkredit stellen müssen, wird von Firmenkunden häufig eine Besicherung verlangt. Dies gilt insbesondere für Betriebe in angespannten Situationen. Als Sicherheit können beispielsweise Immobilien oder wertvolle Maschine dienen. Oftmals werden von den Betriebsinhabern auch persönliche Bürgschaften gefordert.

Die Zinsen für einen Kontokorrentkredit

Im Gegensatz zu einem Ratendarlehen, bei dem der Zinssatz über die gesamte Laufzeit fest vereinbart ist, werden für einen Kontokorrentkredit variable Zinssätze berechnet. Meist erfolgt unmittelbar nach der Anhebung der Leitzinsen auch eine Erhöhung der Kontokorrentzinsen. Die Bank kann den Zinssatz alleine festlegen und muss den Kunden lediglich über dessen Anhebung informieren. In der Regel liegen die Kontokorrentzinsen deutlich über den Zinsen für Ratenkredite, zweistellige Zinssätze sind im Privatkundenbereich keine Seltenheit. Bei Firmenkunden spielt die Bonität eine entscheidende Rolle bei der Bemessung des Zinssatzes für den Kontokorrentkredit. Je besser diese ausfällt, desto geringer sind die Zinssätze.

Grundsätze für die Nutzung des Kontokorrentkredits

Für alle Kunden gilt die Regel, dass jede Finanzierung stets fristenkongruent erfolgen sollte. Dies bedeutet, dass Verbraucher langlebige Konsumgüter und große Anschaffungen wie Immobilien mit langlaufenden Krediten finanzieren und vorübergehende Deckungslücken mit kurzfristigen Darlehen finanzieren sollten. Firmenkunden sollten dementsprechend große Investition mit langer Nutzungsdauer mit Krediten finanzieren, die eine annähernd lange Laufzeit besitzen. Da der Dispokredit zu den kurzfristigen Darlehensformen zählt, ist er dementsprechend nur für einen kurzfristigen Finanzbedarf geeignet.

Chancen und Risiken eines Kontokorrentkredits

Sobald ein Kontokorrentkredit einmal eingeräumt wurde, kann er ohne weitere Beantragung jederzeit flexibel genutzt werden. Der Kunde ist der Bank dabei keine Rechenschaft über den Verwendungszweck des Geld schuldig. Darüber hinaus kann er den Kreditbetrag in Teilbeträgen oder in einer Summe zurückzahlen, wann immer er möchte. Damit gewährt der Kontokorrentkredit dem Nutzer größtmögliche Freiheit und Flexibilität. Für Unternehmen kann dies von entscheidender Bedeutung sein, wenn zum Beispiel ein großer Kunde ausfällt und die Zahlungseingänge unerwartet stark einbrechen. Doch diese Vorteile haben ihren Preis, der in Form von überdurchschnittlich hohen Zinsen gezahlt werden muss. Aus diesem Grund wird es schnell teuer, wenn ein Kontokorrentkredit mit größeren Beträgen häufig in Anspruch genommen wird. Mit einem Kontokorrentkredit sind darüber hinaus erhebliche Gefahren verbunden. Die Bank besitzt nämlich anders als bei einem Ratenkredit das Recht, den Dispokredit jederzeit teilweise oder vollständig aufzukündigen. Wenn Unternehmen oder Privatpersonen in dieser Situation nicht genügend finanzielle Mittel besitzen, um den Kontokorrentkredit auszugleichen, droht schlimmstenfalls die Insolvenz.

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